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Lehre

Ziele der Lehre 

  • Wecken und Stärken von Interesse an Pädagogischer Psychologie und Entwicklungspsychologie
  • Vermittlung wissenschaftlich fundierten anwendbaren Wissens
  • Kooperation mit Institutionen aus der Praxis
  • Kooperation mit anderen Abteilungen des Instituts
  • Fortlaufende Optimierung der Lehre 
  • Nachwuchsförderung  

 

Veranstaltungen im SoSe 2016 

Bachelor Psychologie

Master Psychologie

  

AKTUELL: Themen für Expra und Bachelorarbeiten (WS 2016/17)

 

 

Thema 1: Nett aber nachteilig fürs Lernen?

Jeder kennt das aus dem Studium. Fun-facts, Anekdoten oder Comics werden in Vorlesungen oder Seminaren erzählt und gezeigt, um die Vermittlung von trockenem Lernstoff weniger trocken erscheinen zu lassen. In solchen aufgelockerten Stunden hat man eher den Eindruck, dass man etwas gelernt hat, weil die Bereitschaft zur aktiven Beteiligung größer war. Die laborexperimentelle Forschung zeigt jedoch, dass solche „verführerischen“ Details nicht förderlich, sondern sogar hinderlich für den Lernerfolg sind, weil sie von den eigentlichen Lerninhalten ablenken. Inwiefern diese Befunde übertragbar auf das Lernen im Studium sind oder doch auf die artifizielle Situation der Untersuchung im Labor zurückgehen, wird Thema des Praktikums sein. Hierzu testen wir in einer eigenen kleinen Studie, welche möglichen alternativen Erklärungen für lernhinderliche Effekte „verführerischer“ Details in der Laborforschung zutreffen könnten.

Ansprechpartner: Dr. Alexander Eitel

LiteraturHarp, S. F., & Mayer, R. E. (1998). How seductive details do their damage: A theory of cognitive interest in science learning. Journal of Educational Psychology, 90, 414-434.

 

 

Thema 2: Lernstoff auf die eigenen Erfahrungen beziehen – eine effektive Methode zur Prüfungsvorbereitung?

Ist es vor einer Prüfung sinnvoll, einen Lehrtext, den man schon einmal gelesen hat, nochmals durchzugehen? Studien zum Testing-Effekt zeigen, dass nochmaliges Lesen wenig bringt; mehr lernt man, wenn man einen Test zum Lerninhalt bearbeitet. Der Test sollte dabei möglichst herausfordernd, aber noch weitgehend richtig bearbeitbar sein. Ein Test kann herausfordernder gemacht werden, ohne dass seine Beantwortbarkeit bedeutsam beeinträchtigen wird, indem man nicht nur die Wiedergabe von Wissen, sondern auch Elaborationen (Bezüge zwischen eigenen Erfahrungen und Lernstoff) verlangt. Es wird experimentell untersucht, ob der Testing-Effekt bei Lerninhalten des Psychologiestudiums dann besonders deutlich auftritt, wenn man die vielfach verwendeten "free recall"-Instruktion mit einem Prompt anreichert, der die Lernenden dazu anregt, den Stoff auf eigene Erfahrungen zu beziehen.

Ansprechpartner: M.Sc. Tino Endres, Prof. Dr. Alexander Renkl

LiteraturEndres, A., Carpenter, S., Martin, A., & Renkl, A. (2016). Enhancing learning by retrieval: Enriching free recall with elaborative prompting (manuscript submitted for publication, under revision)

 

 

Thema 3: "Integrative Wissenskiste" statt Einzel-Schubladen?

„Entweder man kann Mathe – oder eben nicht!“ – lautet eine verbreitete Annahme. Wie geht man als Lehrkraft damit um, wenn die eigenen Schüler/innen diese Überzeugung haben? Das im Lehramtsstudium erworbene fachdidaktische Wissen könnte helfen, die Ursachen der dysfunktionalen Überzeugung zu erkennen. Allgemeines pädagogisch-psychologisches Wissen könnte Ideen für Interventionsmöglichkeiten liefern. Ideal wäre, das Wissen aus beiden Bereichen kombiniert anzuwenden. Dies wird jedoch dadurch erschwert, dass fachdidaktisches und pädagogisch-psychologisches Wissen im Lehramtsstudium meist separat vermittelt und somit in verschiedenen „Schubladen“ abgespeichert werden. Im Experiment soll untersucht werden, ob eine vorgeschaltete Instruktion die Verknüpfung von fachdidaktischem und pädagogisch-psychologischem Wissen fördern kann.

Ansprechpartner: M.Sc. Helene Rieche

 

 

Thema 4: Spreading Activation beim Abruf von Lerninhalten

Dinge, die wir bereits aus unserem Gedächtnis abgerufen haben, sind leichter zugänglich als Inhalte, die wir nicht bereits abgerufen haben. Dabei tritt ein faszinierendes Befundmuster auf: nicht nur die abgerufenen Inhalte werden durch das Erinnern leichter abrufbar, sondern auch Inhalte die nur damit assoziiert sind, aber nicht speziell aktiviert wurden. Diese Ausbreitung von Aktivierung in unserem Gedächtnis wird Spreading Activation genannt. Dieses Thema beschäftigt sich mit der Erforschung dieses Phänomens mit bereits vorhandenem Material, welches die Möglichkeit bietet die Ausbreitung innerhalb eines Lerngebietes zu beurteilen. Eine mögliche Fragestellung könnte sich damit beschäftigen, ob Lernende diese Aktivierung für ihr Lernen nutzen können. Ist es relevant, die Einschätzung der Lernenden über diese Aktivierung zu verbessern oder sind spezielle Persönlichkeitseigenschaften für die Wirkung entscheidend. Hier könnte die Bereitschaft sich mit komplexen Lernmaterialien und Aufgaben zu beschäftigen (Need for Cognition) als Variable entscheidend sein. Die Untersuchung schließt an Voruntersuchungen an und kann sich an bereits vorbereiteten Materialien orientieren.

Ansprechpartner: M.Sc. Tino Endres

LiteraturChan, J. C. K., McDermott, K. B., and Roediger, H. L.(2006). Retrieval-induced facilitation: initially non tested material can benefit from prior testing of related material. J.Exp.Psychol.Gen. 135, 553–571. doi:10.1037/0096-3445.135.4.553

 

 

Thema 5: Adaptive Lernförderung

Jeder Lernende bringt seine individuellen Lerncharakteristika und Vorkenntnisse in eine Lernsituation mit. Wünschenswert wäre es daher, in Lernsituationen adaptive Anpassungen vornehmen zu können, um auf die individuellen Lernvoraussetzungen reagieren zu können. Insbesondere in computerbasierten online-Lernumgebungen finden sich häufig keine oder nur sehr geringe Optionen für individualisierte Lernwege. Daher wird im Projekt „Adaptive Lernförderung“ versucht eine online-Lernumgebung zu erstellen, in welcher zentrale Lernervariablen, wie beispielsweise das Vorwissen, das Studienfach oder das Interesse, berücksichtigt werden. Das geplante Expra-Projekt schließt an diverse Vorarbeiten im Rahmen von Abschlussarbeiten an. Eine prototypische Version einer online-Lernumgebung zum Thema „Lernstrategien“ ist bereits vorhanden und soll im Rahmen des Expras weiterentwickelt und durch weitere adaptive Komponenten erweitert werden.

Ansprechpartner: M.A. Jasmin Leber, M.Sc. Tino Endres

Literatur: Shute, V. J., & Zapata-Rivera, D. (2011). Adaptive Educational Systems. Adaptive Technologies for Training and Education, (1), 5–27.

 

Hinweis: Aktuelle Masterarbeits-Themen werden in Kürze hier bekanntgegeben!

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