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Workshop "Energiesparen im Haushalt durch Feedback des eigenen Verbrauchs"

Dipl.-Psych. Sebastian Gölz (Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE), Freiburg)

Umwelttag am 4.12.09 am Institut für Psychologie der Universität Freiburg

 

Im Rahmen der staatlichen Bemühungen zum Klimaschutz bilden private Haushalte eine der vier Säulen, bei denen eine signifikanten Effizienzsteigerung bzw. Energieeinsparung angestrebt wird. Die Deutsche Energie Agentur (dena)  rechnet mit einem (wirtschaftlichen) Einsparungspotenzial von 28 % in bundesdeutschen Haushalten. Nach wie vor aber besteht eine Lücke zwischen der (wahrgenommenen) Wichtigkeit von Energieeffizienz und dem tatsächlichen Verhalten in Haushalten. Häufig wird dabei die Bereitstellung von Information und Empfehlungen als Auslöser von Verhaltensänderungen betrachtet und entsprechende Maßnahmen ergriffen bzw. ordnungspolitisch eingesetzt (bspw. Energieverbrauchslabel).

In diesem Zuge hat die technologische Innovation digitaler (Strom-) Zähler in Kombination mit verschiedenen IuK-Technologien breite Aufmerksamkeit unter politischen und energiewirtschaftlichen Akteuren auf sich gezogen, da mit dieser Innovation Haushalten in sehr viel kürzeren Zeitabständen der Stromverbrauch rückgemeldet werden kann als mit der bisherigen mechanischen Zählertechnologie.
Die europäische und bundesdeutsche Rechtsprechung hat die das sogenannte Smart Metering bereits als Instrument zur Steigerung der Energieeffizienz durch entsprechende Gesetzesänderungen in ihre Klimaschutzpolitik eingebunden.

Zwar ist ein Einspareffekt durch Feedback in vielen Studien nachgewiesen (zur Übersicht siehe Fischer, 2007 ), ebenso legen jüngste Forschungsergebnisse  nahe, dass die über Smart Metering erzeugten Feedbackinformationen für private Haushalte durchaus interessant sind. Diese Informationsübermittlung ist allein aber nicht ausreichend, um das alltägliche Verhalten der Haushaltsangehörigen zu einem schonenden Umgang mit Strom zu beeinflussen.

Es deutet also vieles daraufhin, dass nach wie vor das vorhandene Einspar- bzw. Effizienzpotenzial in Haushalten nicht adäquat in den Klimaschutz einbezogen werden kann, da die bisherigen Ansätze nicht verhaltenswirksam werden. Aus psychologischer Sicht scheint eine stärkere Fokussierung auf Verhalten im Umgang mit Energie und einer Anpassung bzw. Nutzung der verfügbaren Technologien (in diesem Fall Smart Metering), so dass sie für Menschen alltagskompatibel und sozial gerecht ist. In diesem Workshop soll der momentane wissenschaftliche und technische Stand zur Feedbackforschung dargestellt werden und kritische Annahmen und Hypothesen diskutiert werden. In einem gemeinsamen Brainstorming sollen Ideen zur Steigerung der Verhaltenswirksamkeit für verschiedene Zielgruppen erarbeitet werden und auf das Forschungsfeld übertragen werden.

 

Detaillierte Informationen zum Umwelttag enthält der Flyer.

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