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Spezialambulanz für Essstörungen

Leitung: Prof. Dr. Brunna Tuschen-Caffier, Psychologische Psychotherapeutin
            Dipl.-Psych. Stephanie Heinrichs, Psychologische Psychotherapeutin

 

Die Spezialambulanz für Essstörung ist spezialisiert auf die Behandlung von Essstörungen und bietet Patienten, die unter einer Essstörung leiden, ein verhaltenstherapeutisches Behandlungsangebot an. Aufgrund des Forschungsschwerpunktes für Essstörungen am klinischen Institut für Psychologie finden zusätzlich Forschungsprojekte statt, die sich mit der Entstehung, Aufrechterhaltung und Therapie der Essstörungen befassen.

Was ist eine Essstörung?

Anorexia nervosa (Magersucht)

Die Anorexie ist durch ein starkes Untergewicht sowie eine ausgeprägte Angst der Patienten vor Gewichtszunahme gekennzeichnet. Sowohl das Gewicht als auch die Körperwahrnehmung spielen eine große Rolle für das Selbstwertgefühl der Betroffenen und gerade dadurch wird starkes Leiden verursacht, da sie nie wirklich mit sich und ihrem Körper zufrieden sind. Der starke Gewichtsverlust wird durch eine strikte Reduktion der Kalorienaufnahme (Diäten) verursacht. Bei einigen Patienten treten auch Essanfälle sowie nachträgliche Gegenmaßnahmen (Erbrechen, Einnahme von Abführmitteln und/oder exzessiver Sport) auf.

Bulimia nervosa (Ess-Brech-Sucht)

Auch für Patienten, die unter einer Bulimia Nervosa leiden, spielen Figur und Körpergewicht eine zentrale Rolle für das Selbstwertgefühl und die Selbstbewertung. Ein typisches Merkmal dieser Erkrankung sind außerdem regelmäßige Essanfälle. Von einem Essanfall wird dann gesprochen, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums relativ große Mengen an kalorienreichen Nahrungsmittel verzehrt werden und die Patienten dabei das Gefühl haben, die Kontrolle über das Essverhalten zu verlieren. Nach einem Essanfall erleben Menschen mit einer Bulimie häufig Schuldgefühle und Angst vor einer Gewichtszunahme.  Um diese zu verhindern, führen sie daher Gegenmaßnahmen durch, d.h. sie führen Erbrechen herbei, treiben exzessiv Sport, fasten oder nehmen Abführmittel oder andere Arzneimittel ein. BulimikerInnen sind meist normalgewichtig, haben aber trotzdem eine negative Einstellung gegenüber ihrem Körper.

Binge-Eating (Essanfallstörung)

Die Binge-Eating Störung ist ebenfalls durch regelmäßige Essanfälle gekennzeichnet. Im Gegensatz zur Bulimie, werden aber bei einer Binge-Eating Störung nur sehr selten Gegenmaßnahmen durchgeführt. Daher leiden viele Patienten unter Übergewicht. Neben einer starken psychischen Belastung durch die Essanfälle und das Übergewicht, treten oft auch körperliche Beschwerden auf.

Behandlung der Essstörungen

Wir bieten in unserer Ambulanz Patienten, die unter Essstörung leiden, eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung an, die sich in der Behandlung von Essstörungen als äußerst wirksam erwiesen hat. Primäre Ziele der Therapie beinhalten die Wiedererlernung eines gesunden Essverhaltens, die Verbesserung der Körperakzeptanz und die Stärkung des Selbstwertgefühls und der Selbstbewertung.

Jeder Behandlung geht eine sorgfältige Abklärung und Diagnostik voraus. In einem Vorgespräch wird die individuelle Problemlage erfragt. Anschließend findet eine ausführliche Diagnostik mittels eines diagnostischen Interviews und mit Hilfe von Fragebögen statt. Zur Qualitätssicherung werden auch im Verlauf der Therapie diagnostische Instrumente eingesetzt, um die Entwicklung der Essstörungssymptomatik zu beobachten.

Forschungsprojekte zu Essstörungen

Zusätzlich bieten wir Patienten/innen mit Essstörungen die Teilnahme an Forschungsprojekten an, die zum Ziel haben, besser zu verstehen, wie Essstörungen entstehen,  aufrechterhalten und welche therapeutischen Faktoren für eine effektive Therapie bedeutsam sind.

Vorgehen bei Diagnostik und psychotherapeutischer Behandlung

Jedem Behandlungsangebot geht eine sorgfältige Abklärung und Diagnostik voraus. Alle Patientinnen und Patienten erhalten ein Vorgespräch, in dem das individuelle Anliegen erfragt und Möglichkeiten der Behandlung besprochen werden. Ergänzend können Vorgespräche unter Einbezug einer wichtigen Bezugsperson durchgeführt werden. Zusätzlich erfolgt eine Fragebogenerhebung bzw. diagnostisches Interview zur vertiefenden psychologischen Diagnostik. Ziel ist es, Ihnen für ihre spezifische Problemlage ein angemessenes Behandlungsangebot machen zu können.

Die anschließende Psychotherapie wird vorwiegend im Einzelsetting durchgeführt. In der Regel findet ein Gespräch in der Woche statt. Ergänzend können zu speziellen Problemstellungen Gruppentherapien angeboten werden (z.B. Training sozialer Kompetenz).

Kontakt und Anmeldung

Diagnostik, Beratung und Psychotherapie kann jede Person erhalten, die Hilfe sucht und sich direkt an uns wendet oder von einer Fachperson überwiesen wird.

Falls Sie unter einer Essstörung leiden und Interesse an unserem Behandlungsangebot und / oder einer Teilnahme an unseren Forschungsprojekten haben, wenden Sie sich bitte an die Anmeldung der Ambulanz für psychische Störungen (bitte ggf. Ihre Rufnummer für den Rückruf auf dem Anrufbeantworter hinterlassen)

Tel.: 0761/203 - 3008.

Persönlich können Sie uns am Dienstag und Donnerstag jeweils von 11-12 Uhr erreichen. HINWEIS: In der Sommerpause (13. - 31. 8. 2018) entfällt diese telefonische Sprechzeit, bitte hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter und wir rufen zurück.

Sie können uns auch gerne per E-Mail kontaktieren: essstoerungen@psychologie.uni-freiburg.de

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