Geschichte des Instituts für Psychologie
ZUR GESCHICHTE DES INSTITUTS FÜR PSYCHOLOGIE Die Geschichte des Fachs Psychologie der Freiburger Universität ist über die lokale Bedeutung hinaus von allgemeinem Interesse, denn an der Biographie der Professoren (von der Habilitation Hugo Münsterbergs 1887 bis zur Gegenwart) und an den akademischen Strukturänderungen lassen sich wesentliche Aspekte der generellen Wissenschaftsgeschichte der Psychologie in Deutschland in charakteristischer Weise aufzeigen: STANDORTE Literatur Der Band enthält die überarbeiteten Vorträge der VI. Fachtagung der Fachgruppe Geschichte der Psychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Freiburg/Br. 1997. Inhalt: II. Psychologie in Lehre, Ausbildung und Anwendung: III. Von Hugo Münsterberg bis Robert Heiß. Psychologie in Freiburg: IV. Parapsychologie und Grenzgebiete: Die Herausgeber: Prof. Dr. Jürgen Jahnke, Psychologie, Pädagogische Hochschule Freiburg/Br.; Prof. Dr. Jochen Fahrenberg, Dr. Reiner Stegie, Institut für Psychologie, Universität Freiburg/Br., Eberhard Bauer, Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene, Freiburg/Br. Bibliographische Angaben:
Das Psychologische Institut war von 1943 bis 1951 im Kollegiengebäude I und von 1951 bis 1961 in der Alten Universität untergebracht. Von 1961 bis 2002 befand sich das Psychologische Institut im wiederaufgebauten Peterhof in der Niemensstraße. Dieses Häuserquadrat, ursprünglich ein etwa 19 Häuser umfassender Komplex, wurde von 1492-1565 von der Benediktinerabtei St. Peter im Schwarzwald aufgekauft und als Stadtquartier und Verwaltungssitz genutzt, zeitweilig auch als Wohnung für Professoren.
Am 27.11.1944 wurde der Peterhof bis auf die Kapelle und Wendeltreppe durch einen Luftangriff zerstört. Erhalten blieb auch der acht Meter tiefe Keller, welcher von 1930 bis 1995 Oberkirchs Weinstuben als Weinkeller und Lager diente. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kapelle 1961 der orthodoxen Gemeinde in Freiburg zugesprochen. In den übrigen Räumen wurden Einrichtungen der Albert- Ludwigs-Universität untergebracht, seit 1965 allein das Psychologische Institut.
Seit den 70er Jahren vergrößerte sich das Psychologische Institut auf insgesamt zehn Abteilungen und Arbeitsgruppen. In Folge dessen wurden neue Räumlichkeiten benötigt, und das Institut verteilte sich nach und nach auf sieben Gebäude im Stadtgebiet (Peterhof, Alte Universität, Belfortstraße 16, 18, 20 und 20 Rückgebäude sowie Friedrichstraße 20). Im Frühjahr 2002 erfolgte der Umzug des Instituts auf das neue Campusgelände der Universität in der Engelbergerstraße 41.
Die Abteilung Biologische und Differentielle Psychologie hat im Frühjahr 2010 ihre neuen Räumlichkeiten für Arbeitsplätze, Labore und Ambulanz im Institutsviertel (Stefan-Meier-Str. 8) bezogen.
Fahrenberg, J. (2006). Vom Psychophysischen Labor zum Psychologischen Institut. In E. Wirbelauer (Hrsg.), Die Freiburger Philosophische Fakultät 1920-1960: Mitglieder - Strukturen - Vernetzungen (S. 468-476). Freiburg: Alber.
Fahrenberg, J. & Stegie, R. (1998). Beziehungen zwischen Philosophie und Psychologie an der Freiburger Universität: Zur Geschichte des Psychologischen Laboratoriums/Instituts. In J. Jahnke, J. Fahrenberg, R. Stegie & E. Bauer (Hrsg.), Psychologiegeschichte - Beziehungen zu Philosophie und Grenzgebiete (S. 251-266). München: Profil.
Daten aufgrund von Institutsakten sowie Akten des Universitäts- und Fakultätsarchivs, siehe auch die unveröffentlichten Diplomarbeiten:
Schmitt, H. (1988). Die Entwicklung der Psychologie an der Universität Freiburg von 1880 bis 1920.
Unger, H.-E. (1989). Über die Geschichte der Psychologie als eigenständige Wissenschaft an der Universität Freiburg von ca. 1920 bis ca. 1945 mit einem Schwerpunkt 1933-1945.
Schönrock, R. (1991). Geschichte des Freiburger Psychologischen Instituts III. Der Zeitraum von 1941-1971.

Tagungsband:
Geschichte der Psychologie – Beziehungen zu Philosophie und Grenzgebieten
herausgegeben von Jürgen Jahnke, Jochen Fahrenberg, Reiner Stegie, Eberhard Bauer
I. Psychologisches Denken im philosophischen Kontext:
Georg Eckardt (Psychologische Denkansätze des 16. Jh. im Spannungsfeld von Humanismus und Reformation). Wolfgang Holzapfel (Psychologisches Denken an der Universität Jena im 16. Jh.), Andreas Scheib (Zur frühen Theorie beobachtender Psychologie bei Christian Wolff), Klaus Sachs-Hombach (Herbart und die Ursprünge der philosophischen Psychologie), Renate Topel (Herbart und Kohlberg – historische und aktuelle Vorstellungen im Widerstreit). Harald Walach (Der Komplementaritätsgedanke in der Interaktion zwischen Psychologie und Physik), Ernst Plaum (Substanz, Struktur, Metaphysik, Veraltete Themen und moderne Psychologie).
Horst-Peter Brauns (Über einige Beziehungen des jungen Fechner zu K.B. Mollweide und W.T. Krug sowie ihre individualhistorische Relevanz); Jürgen Jahnke (Wundts akademische Psychologie 1886/87. Die Vorlesungsnachschriften von Albert Thumb); Andreas Pehnke (Das durch Wundt geförderte Leipziger Institut für experimentelle Pädagogik und Psychologie, 1906-1933 und seine Ausstrahlungskraft); Horst Gundlach (Die internationalen Kongresse für Psychotechnik und die frühe Geschichte der IAAP/AIPA); Siegfried Jaeger (Das 'Eindringen der Frauen in die Wissenschaft' am Beispiel psychologischer Dissertationen); Herbert Fitzek (Geschichtswerkstatt. Erfahrungsbericht über ein psychologisches Praktikum 'Wolfgang Köhler und der Nationalsozialismus').
Jochen Fahrenberg, Reiner Stegie (Beziehungen zwischen Philosophie und Psychologie an der Freiburger Universität: Zur Geschichte des Psychologischen Laboratoriums/-Instituts); Anneros Meischner- Metge (Wundt und Münsterberg - ihr Verhältnis im Spiegel des Briefwechsels aus dem Wundt-Nachlaß); Otto Ewert ("Die Pädagogik muß ihr eigenes Brot backen" Münsterbergs pädagogische Psychotechnik); Pieter J. von Strien (Das Spannungsverhältnis zwischen Essentialismus und Pragmatismus in der Psychotechnik Hugo Münsterbergs); Christian G. Allesch (Psychologische oder kritische Begründung der Ästhetik? Über die widersprüchliche Beziehung Jonas Cohns zur empirisch-psychologischen Ästhetik); Dieter Münch (Die vielfältigen Beziehungen zwischen Philosophie und Psychologie. Das Verhältnis Edmund Husserls zur Würzburger Schule in philosophie-, psychologie- und institutionengeschichtlicher Perspektive); Paul Ziche (Die Rezeption der Husserlschen Phänomenologie durch die 'Würzburger Schule' der Denkpsychologie); Giovanni Sommaruga-Rosolemos (Piagets Husserl-Rezeption); Burkhard Vollmers (Robert Heiss' dialektische Persönlichkeitstheorie und ihre empirische Umsetzung).
Heinz Schott (Die "Imagination" als historischer Schlüsselbegriff der neuzeitlichen Medizin und (Para-)Psychologie); Barbara Wolf-Braun (Zur Rezeptionsgeschichte der Parapsychologie im Rahmen der akademischen Psychologie: die Stellungnahmen von Wilhelm Wundt (1832-1920) und Hugo Münsterberg (1863-1916); Gesine Grossmann (Zu Max Dessoirs Versuch einer psychologisch begründeten Parapsychologie); Jakob A. van Belzen (Religionspsychologie und Parapsychologie als Asymptote. Zur Verbindung zweier Randgebiete beim Niederländer Van Mourik Broekman); Eberhard Bauer (Hans Bender und die Gründung des "Instituts für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene"); Detlev v. Uslar (Ein Experiment mit "Bestellten Träumen" ("Träume als Sprachspiele").
Jahnke, J. u.a. (Hg.). Geschichte der Psychologie - Beziehungen zu Philosophie und Grenzgebieten. 1998, 502 S., Br., DM/SFr 88, ÖS 642 (Passauer Schriften zur Psychologiegeschichte, Bd. 12).



