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Internships and Theses

Forschungspraktika

Die Abteilung Sozialpsychologie und Methodenlehre sucht immer wieder ForschungspraktikantInnen zur Mitarbeit in verschiedenen Projekten. Nähere Auskunft bei den Mitarbeitern der Abteilung.

Informationen über Abschlussarbeiten

Wir stellen aber auch hier mögliche Arbeitsthemen in unserer Abteilung vor. Die verschiedenen Forschungsrichtungen / Themenschwerpunkte und jeweils mögliche Abschlussarbeitsthemen werden kurz erläutert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einfach den jeweiligen Ansprechpartner.


Gemeinsame Aufgabenbearbeitung

Täglich begegnen wir Situationen, in denen wir Aufgaben mit anderen Personen zusammen bearbeiten oder in denen wir unsere Handlungen mit anderen Personen koordinieren. Möchten wir zum Beispiel eine Tisch zusammen mit einer anderen Person tragen oder wollen wir mit einer anderen Person Tischtennis spielen, planen wir nicht nur unsere eigenen Handlungen, sondern wir planen und repräsentieren auch die Handlungen der ko-agierenden Person um diese in unseren Handlungsplan einzubeziehen. Trotz der Tatsache, dass gemeinsame Aufgabenbearbeitung in unserem Alltag allgegenwärtig ist, wurde in der psychologischen Forschung mehrheitlich die Leistung eines einzelnen Individuums untersucht. Umso wichtiger erscheint es, dass die Forschung zur gemeinsamen Aufgabenbearbeitung in der psychologischen Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. In der Abschlussarbeit sollen kognitive Aufgaben untersucht werden, die mutmaßlich geteilte Aufgabenrepäsentation als Grundlage einer gemeinsamen Aufgabenbearbeitung messen.

Knoblich, G. & Sebanz, N. (2006). The social nature of perception and action.Current Directions in Psychological Science, 15, 99-104.

Sebanz, N., Knoblich, G. & Prinz, W. (2003). Representing others' actions: Just like one's own? Cognition, 88, B11-B21.

 

Betreuung/Ansprechpartner: Kerstin Dittrich


 

To read or not to read: Wirkt sich soziales Priming auf unsere Lesefähigkeit aus?

Bei der Stroop-Aufgabe sehen Versuchspersonen Farbwörter in verschiedenen Oberflächenfarben (z. B. Blau in blau oder Blau in rot) auf dem Bildschirm und sollen die Oberflächenfarbe des Wortes benennen und zeitgleich die Wortbedeutung ignorieren. Ein klassischer Befund ist, dass Versuchspersonen in kongruenten Durchgängen (Blau in blau) schneller und genauer reagieren als in inkongruenten (Blau in rot). Dies wird als Stroop-Effekt bezeichnet und damit erklärt, dass die Wortbedeutung nicht vollständig ignoriert werden kann. In einer Studie von Goldfarb und Kollegen (2011) konnte gezeigt werden, dass soziales Priming (Aktivierung eines sozialen Konzepts) den relativ robusten Stroop-Effekt reduzieren konnte. Doch wie kann dies erklärt werden? Verschlechtert das soziale Priming tatsächlich unsere Lesefähigkeit? Ziel der Abschlussarbeit ist dies mit Hilfe eines speziellen Modells, des Prozessdissoziationsmodells (Lindsay & Jacoby, 1994), herauszufinden.

Goldfarb, L., Aisenberg, D. & Henik, A. (2011). Think the thought, walk the walk – Social priming reduces the Stroop effect. Cognition, 118, 193 – 200.

Lindsay, D. S. & Jacoby, L. L. (1994). Stroop Process Dissociations: The Relationship Between Facilitation and Interference. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance, 20(2), 219-234.

 MacLeod, C. M. (2005). The Stroop Task in Cognitive Research. In A. Wenzel & D. C. Rubin (Hrsg.), Cognitive methods and their application to clinical research (pp. 17-40). Washington, DC: American Psychological Association.

 

Betreuung/Ansprechpartner: Nadine Schimpf, Kerstin Dittrich


Mixed Models mit unvollständigen Designs

In vielen naturalistischen Studien in der Forschungspraxis kommt es vor, dass die hierarchischen Ebenen eines Untersuchungsplans nicht vollständig balanciert besetzt sind ,beziehungsweise besetzt werden können. Beispielsweise gibt es bei klinische Studie folgende Faktoren:

L1 intrindividueller Verlauf

L2 Patientendaten bem Therapeuten

L3 Treatment-Faktor

L4 Kliniken, wobei nicht alle Kliniken Sites alle untersuchten treatments durchgeführt habenen .

Fragestellung der Arbeit wäre, unter welchen Bedingungen sind mixed models mit allen levels noch anwendbar und wann ist diese Analyseform nicht mehr sinnvoll. Neben der theorieorientierten Aufarbeitung der Fragestellung, sowie einer Literaturübersicht soll die Anwendung dieser Modell an klinisch orientierten Praxisbeispiel(en) durchgeführt werden.

 

Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart


Auswirkungen sozialer Kategorisierung auf Vorurteile

 

Es gäbe keine Vorurteile und keine Stereotype, wenn wir unsere Mitmenschen nicht sozialen Gruppen zuweisen würden ("Mann", "Deutsch-Türkin"). Aber hat die soziale Kategorisierung wirklich eine so zentrale Bedeutung in der Entstehung von Vorurteilen, oder sind nicht andere, beispielsweise emotionale, Faktoren von weit größerer Bedeutung? Eine Arbeitsgruppe um Park und Judd (2005) hat in mehreren Artikeln die Behauptung aufgestellt und empirisch untermauert, dass eine größere Wahrnehmung von Unterschieden zwischen Gruppen nicht die Bewertung der Gruppen verändert. Diese Studien waren aber auf Selbstbericht basiert und vermischen situative mentale Zustände von Probanden (states) mit stabileren Persönlichkeitseigenschaften (traits). Hier ließen sich verschiedene Studien anschließen. Brisant wird das Thema auch dadurch, weil die Autoren relativ weitreichende politisch-gesellschaftliche Forderungen anschließen (Förderung von multikulturellen Ansätzen und das Unterstreichen von Diversität anstelle von Interventionen, die die Gemeinsamkeiten aller Menschen und der jeweiligen sozialen Gruppen betonen).

Literatur:

 

Park. B., & Judd, C. M. (2005). Rethinking the Link Between Categorization and Prejudice Within the Social Cognition Perspective. Personality and Social Psychology Review, 9, 108-130.

Deffenbacher, D. M., Park, B., Judd, C. M., & Correll, J. (2009). Category Boundaries Can Be Accentuated Without Increasing Intergroup Bias. Group Processes & Intergroup Relationships, 12, 175-193.

Betreuung/Ansprechpartner: Manuel Becker


 

Äquidistanzprüfung bei Fragebögen mit Ratingskalen

In der klassischen Testkonstruktion wird davon ausgegangen, dass über Ratingskalen Messwerte auf Intervallskalenniveau erzeugt werden (können). Primär wird behauptet, dass die befragten Personen die Kategorien einer Ratingskala als äquidistant betrachten und dementsprechend beantworten können. Dies ist leider eine Annahme, welche möglicherweise nicht immer korrekt ist. Die Prüfung der Äquidistanz wird oft aber in der Forschungspraxis vermieden.

Deshalb soll im Rahmen einer Abschlussarbeit untersucht werden, welche Form der Darbietung von Fragen eines Fragebogens besser geeignet sind. Reicht es, eine Skala mit Endpunkten darzubieten oder sollte jede Ausprägung benannt werden. Ist die Vergabe von Zahlenwerten sinnvoll oder sollte eine Balkenratingskala angeboten werden. Hierzu sollen die Skalen eines validierten Messinstruments verwendet werden und es soll mittels Strukturgleichungsmodellen und Rasch-Analysen die Äquidistanz geprüft werden. Die Untersuchung kann als Paper-Pencil oder online durchgeführt werden. Eventuell kann auch auf schon vorhandene Daten zurückgegriffen werden.

Ansprechpartner: Rainer Leonhart


 

Probleme bei der und Lösungsansätze zur Prognose seltener Ereignisse

Zur Vorhersage werden in der psychologischen Forschung Regressionsmodelle verwendet. Falls beispielsweise die Zugehörigkeit zu einer Gruppe prognostiziert werden soll, gibt es die Möglichkeit einer binär-logistischen Regression oder einer Diskriminanzanalyse. Diese Verfahren erlauben im Allgemeinen eine gute Prognose falls die vorhandenen Gruppen ähnlich bis gleich groß sind. Schwierig wird die Prognose hingegen, falls ein Merkmal vorhergesagt wird, welches sehr selten auftritt. Dann versagen die meisten dieser Modelle.

Ziel der Arbeit soll deshalb sein, verschiedene Alternative zur Verbesserung der Prognose in diesen Fällen mittels einer Literatursuche zu finden und anhand von vorliegenden Datensätzen praktisch zu prüfen. Hierbei soll einerseits ein aktueller Überblick zu den statistischen Verfahren erstellt werden und andererseits eine praktische Erprobung erfolgen.

Ansprechpartner: Rainer Leonhart


 

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