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Internships and Theses

Forschungspraktika

Die Abteilung Sozialpsychologie und Methodenlehre sucht immer wieder ForschungspraktikantInnen zur Mitarbeit in verschiedenen Projekten. Nähere Auskunft bekommen Sie bei den Mitarbeitern der Abteilung.


Informationen über Abschlussarbeiten

Wir stellen hier aber auch mögliche Arbeitsthemen in unserer Abteilung vor. Die verschiedenen Forschungsrichtungen/Themenschwerpunkte und jeweils mögliche Abschlussarbeitsthemen werden kurz erläutert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einfach die jeweilige Kontaktperson.


Mögliche Masterarbeitsthemen für das Wintersemester 2022/2023


Fehler in Rekognitionsentscheidungen als Resultat fälschlicher Detektion?

Rekognition beschreibt die Fähigkeit zuvor gelernte Stimuli anschließend als solche wieder zu erkennen und von neuen, nicht gelernten Stimuli zu unterscheiden. Eine grundlegende Frage im Rahmen des Rekognitionsgedächtnisses beschäftigt sich mit dem Zustandekommen von Fehlern: Können Stimuli falsch detektiert werden oder entstehen Fehler nur aufgrund falscher Rateentscheidungen? Dieser Frage soll sich das vorliegende Projekt widmen. Ein Effekt, der mit der Notwendigkeit fälschlicher Detektion assoziiert wird ist der Error-Speed Effekt (Starns et al., 2018; Voormann et al., 2021). Dieser Effekt besagt, dass Reaktionszeiten aus einer ersten Rekognitionsaufgabe prädiktiv für die Korrektheit der Antworten in einer zweiten Rekognitionsaufgabe sind. Unter bestimmten Mechanismen, z.B. fehlende Aufmerksamkeit oder höhere Ähnlichkeit, kann der Error-Speed Effekt allerdings auch mit anderen Mechanismen erklärt werden, die es in diesem Projekt einzugrenzen gilt.

Literatur:

Starns, J. J., Dubé, C., & Frelinger, M. E. (2018). The speed of memory errors shows the influence of misleading information: Testing the diffusion model and discrete-state models. Cognitive Psychology, 102, 21–40. https://doi.org/10.1016/j.cogpsych.2018.01.001

Voormann, A., Rothe-Wulf, A., Starns, J. J., & Klauer, K. C. (2021). Does speed of recognition predict two-alternative forced-choice performance? Replicating and extending Starns, Dubé, and Frelinger (2018). Quarterly Journal of Experimental Psychology, 74(1), 122–134. https://doi.org/10.1177/1747021820963033

Kontakt: Constantin Meyer-Grant, E-Mail: constantin.meyer-grant(at)psychologie.uni-freiburg.de


Bedingte Unabhängigkeit

Um kognitive Prozesse zu beschreiben und zu untersuchen, die der menschlichen Rekognition zugrunde liegen, werden in der psychologischen Forschung oft sogenannte multinomiale Verarbeitungsbaum-Modelle (MPT Modelle) genutzt. Diese nehmen an, dass wir bei einem Wiedererkennungsversuch von zuvor gelernten Stimuli (z. B. Worten) mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten in verschiedene kognitive Zustände gelangen können. Viele dieser Modelle nehmen an, dass einer dieser Zustände ein Erkennungszustand ist, in dem wir uns sicher sind, dass wir ein präsentiertes Wort kennen. Ein anderer Zustand wäre z. B. ein Unsicherheitszustand, in dem wir uns nicht sicher sind, ob wir ein Wort beim Lernen bereits gesehen haben. Worte die wir mehrfach beim Lernen gesehen haben, können in der Regel besser erinnert werden als Worte, die wir nur ein einziges Mal beim Lernen gesehen haben. D. h. sie haben eine größere Wahrscheinlichkeit erkannt zu werden. Eine Grundlegende Annahme von allen MPT Modellen ist aber, dass Antwortwahrscheinlichkeiten und Antwortzeiten nur von dem mentalen Zustand abhängen. Das bedeutet z. B. dass eine bestimmte Antwort im Mittel gleich schnell erfolgt, wenn die Person zuvor in den Unsicherheitszustand gelangt ist. Diese Vorhersage ist vor allem auch unabhängig davon, ob es sich um einfach oder mehrfach gelernte Wörter handelt. Diese Annahme wurde bereits in einem Artikel von Province und Rouder (2012) untersucht, allerdings mit etwas vereinfachten Verfahren. In dieser Masterarbeit wollen wir diese Annahme mit einem elaborierterem Verfahren testen.

Kontakt: Constatin Meyer-Grant, E-Mail: constantin.meyer-grant(at)psychologie.uni-freiburg.de


Eine Untersuchung der Testtheoretischen Grundlagen von Theory-of-Mind-Tests

Theory of mind (TOM) ist die Fähigkeit, die Intentionen, Überzeugungen und Emotionen anderer Personen zu verstehen. In etwa vier Jahrzehnten haben Forschende eine Vielzahl von Testverfahren entwickelt, die das Merkmal TOM messbar machen sollen. Allerdings haben sich einige wenige Testverfahren durchgesetzt, die in der psychologischen Forschung besonders häufig eingesetzt werden. Diese Testverfahren stehen im Fokus des Forschungsprojekts. Damit diese Tests zu korrekten Schlussfolgerungen führen können, müssen sie testtheoretisch fundiert und geprüft sein. Andernfalls sind weder Schätzungen von Merkmalsausprägungen noch testtheoretische Gütekriterien sinnvoll interpretierbar. Wir stellen uns deshalb folgende Fragen: Wurden bei der Testentwicklung testtheoretische Grundlagen berücksichtigt? Welche testtheoretisch fundierten Messmodelle passen zu bestehenden TOM-Datensätzen? Welche Gütekriterien werden für TOM-Tests berichtet? Sind diese Gütekriterien kompatibel mit den empirisch geprüften Messmodellen?

Kontakt: Dr. André Aßfalg, E-Mail: andre.assfalg(at)psychologie.uni-freiburg.de


CO2-Reduktion gegen den Klimawandel

Ein Ziel der Abschlussarbeit soll die Erfassung der grundsätzlichen Kenntnisse zur den verschiedenen Faktoren sein, mit denen jeder von uns persönlich das klimaschädliche CO2 produziert. Essen, Urlaub, Mobilitätsverhalten, Einkaufen im Internet oder das Nutzen von Streaming-Diensten. Was sind die „schlimmsten“ Umweltsünden auf individueller Ebene. Mit Hilfe einer Umfrage, wo soll einerseits erhoben werden, was auf individueller Ebene die größten Probleme sind und gleichzeitig auch die Suche nach einfachen und komplexen Drehschrauben zur CO2-Reduktion. Wo kann man wie stark drehen, damit ein Individuum Klimaneutral wird. Hier soll auf Basis des Rechners vom Bundesumweltamt ein individuelles Profil rückgemeldet werden. Ein Design mit Messwiederholung ist ebenfalls möglich. Zusätzliche soll erfasst werden, welche Einschränkungen von der befragten Stichprobe akzeptiert werden würden und welche als Einschränkung der persönlichen Freiheit empfunden werden. Eine Datenerhebung wäre online geplant.

Kontakt: Dr. Rainer Leonhart, E-Mail: leonhart(at)psychologie.uni-freiburg.de


Welche Persönlichkeitsstrukturen sind ein guter Prädiktor für die Eigenverantwortlichkeit in der Klimakrise?

Die Klimakrise wird nicht kommen, sie ist schon da. Extremere Wetterlagen, trockenere Sommer, mehr Überschwemmungen, Hungersnöte. Wer ist schuld an diesem Problem und wer kann etwas verändern? Eigen- oder Fremdverantwortung? Oder beides? Wer muss am besten schon gestern aktiv werden? Reicht es, wenn der mündige Bürger ohne Vorschriften aktiv wird? Regelt alles der Markt über die Kosten? Braucht es höhere Abgaben für Energie oder eine stärkere Förderung von alternativen Energie? Muss eine Photovoltaikanlage vorgeschrieben werden oder regelt dies Angebot und Nachfrage? Hier liegt sicherlich eine Vielzahl von Möglichkeiten vor, wobei es vermutlich in Abhängigkeit vom jeweiligen Persönlichkeitstypus unterschiedliche gut funktionierende Interventionen gibt. Deshalb soll im Rahmen einer online-Studie neben der individuellen Einstellung zu verschiedenen möglichen Interventionen auch die Persönlichkeit und andere Variablen (Alter, Kinder, finanzieller Status) erhoben werden.

Kontakt: Dr. Rainer Leonhart, E-Mail: leonhart(at)psychologie.uni-freiburg.de


Reduzieren und/oder Kompensieren?

Der durchschnittliche Ausstoß an Treibhausgasen in Deutschland liegt, wenn der Export und den Import von Gütern berücksichtigt wird, momentan geschätzt bei 11.2 Tonnen. Hier werden verschiedenste Faktor berücksichtigt. Weltweit gibt es bei diesen Werten eine hohe Varianz zwischen den Einwohner. Die Werte in Deutschland scheinen nicht mehr anzusteigen, aber auch nicht wirklich zu sinken. Angestrebt wird aktuell allerdings die Klimaneutralität, ein durchschnittlicher Ausstoß von null Tonnen pro Bürger. Dieses Ziel kann auf mehreren Wegen erreicht werden, einerseits eine Reduktion des Ausstoßes beispielsweise durch Verzicht auf Fleisch oder Flugreisen, Änderungen im Verhalten und in der Technik (z.B. Heizungsumstellungen). Andererseits könnte der nicht vermeidbare Ausstoß an CO2 auch kompensiert werden (siehe beispielsweise hier). Eine Kompensation hat politische und wirtschaftliche Folgen, da die Kompensationsmenge pro Land eingeschränkt ist. Wäre dies ein moderner Ablasshandel oder eine mögliche Lösung der Klimaproblematik? Eigenverantwortliche Reduktion oder höhere Abgaben an den Staat, beispielsweise auf Heizöl? Und wofür verwendet der Staat dann die CO2-Steuer? Hier stellt sich die Frage, welches Vorgehen eine höhere Akzeptanz bei einer zu befragenden Stichprobe hat. Auch stellt sich die Frage, bei welcher Vorgehensweise die Erwartung an die Kompensation höher ist. Reduktion, Kompensation oder doch beides? Geplant wäre hier eine Online-Studie.

Kontakt: Dr. Rainer Leonhart, E-Mail: leonhart(at)psychologie.uni-freiburg.de


Wirken sich sprachliche oder kulturelle Präferenzen für räumliche Beschreibungen auf Aufmerksamkeitsprozessen aus? Eine Eyetracking Studie mit deutschen und chinesischen Muttersprachler*innen

„Die Toiletten befinden sich vorne im Flur, hinter der Glastür.“ Oder: „Die Textstelle findest du weiter vorne im Buch.“ In solchen oder ähnlichen räumlichen Beschreibungen merken wir im Alltag hin und wieder, dass die Bestimmung, wo tatsächlich „vor“ oder „hinter“ ist, selbst in denselben sprachlichen oder kulturellen Kontext nicht immer eindeutig ist. Tatsächlich variieren die Präferenzen dafür, wie wir räumliche Beschreibungen generell vornehmen und wie wir „vor“ oder „hinter“ zuweisen, erheblich zwischen Sprachen. Dabei hat die Frage, ob und inwieweit diese sprachlichen Eigenschaften das menschliche Denken prägen können, für intensive Debatten in den Kognitionswissenschaften geführt. In einer Abschlussarbeit soll nun im Mittelpunkt stehen, inwiefern diese Präferenzen für die Zuschreibung von „vor“ oder „hinter“ Aufmerksamkeitsprozesse beeinflussen können bzw. ob unterschiedliche räumliche Präferenzen zu Veränderungen der Aufmerksamkeits-lenkung führen. Dazu soll eine Eyetracking-Studie mit deutschen und z.B. chinesischen Muttersprachler*innen durchgeführt werden, zwei Sprachen für die unterschiedliche räumliche Referenzierungsmuster in bestehenden Fragebogenstudien ermittelt werden konnten.

Literatur:

Majid, A., Bowerman, M., Kita, S., Haun, D. B. M., & Levinson, S. C. (2004). Can language restructure cognition? The case for space. Trends in Cognitive Sciences, 8(3), 108–114.

Kontakt: Dr. Annelie Rothe-Wulf, E-Mail: rothe(at)psychologie.uni-freiburg.de


Soziale Exklusion und kognitive Prozesse

Von einer Gruppe ausgeschlossen und insbesondere ohne direkte Ablehnung einfach nur ignoriert zu werden (engl. ostracism), geht nach dem Stand der derzeitigen sozialpsychologischen Forschung relativ unmittelbar mit einer Verschlechterung der Stimmung und einer Beeinträchtigung grundlegender Bedürfnisse einher, wie vor allem dem menschlichen Bedürfnis dazuzugehören (engl. need to belong). Dies konnte eine Vielzahl von Studien belegen. Wenig untersucht sind jedoch bisher, die kognitiven Auswirkungen von sozialer Exklusion, die unsere Aufmerksamkeit und andere Informationsverarbeitungs-prozesse betreffen könnten. Die bisherigen Befunde zeichnen hier noch kein eindeutiges Bild und manche Studien nehmen lediglich für soziale, also menschenbezogene, Stimuli einen Einfluss sozialer Exklusion auf Wahrnehmungs- und Verarbeitungsprozesse an. Ziel einer Abschlussarbeit in diesem Bereich ist es daher, mögliche kognitive Effekte sozialer Exklusion zum Beispiel mit einer Flanker-Aufgabe für soziale und nicht-soziale Stimuli genauer zu untersuchen. Außerdem soll neben dem Vergleich einer Inklusions- und Exklusionsbedingung auch eine Kontrollgruppe hinzugefügt werden, um die Auswirkungen sozialer Exklusion und Inklusion besser trennen zu können.

Literatur:

Syrjämäki, A. H., & Hietanen, J. K. (2019). The effects of social exclusion on processing of social information – A cognitive psychology perspective. British Journal of Social Psychology, 58(3), 730 – 748. DOI: 10.1111/bjso.12299

Kontakt: Dr. Annelie Rothe-Wulf, E-Mail: rothe(at)psychologie.uni-freiburg.de


Das Zusammenspiel räumlicher und zeitlicher Kognitionen

Das Phänomen „Zeit“ ist nicht nur in unserem Alltag allgegenwärtig, sondern Forschungsgegenstand diverser Wissenschaften. Die Psychologie beschäftigt sich unter anderem mit der mentalen Repräsentation von Zeit und zeitlichen Ereignissen. Dabei dominiert die Annahme, dass das Denken und Sprechen über die abstrakte Domäne Zeit durch die erfahrbare Domäne Raum konzeptualisiert ist; der Raum also eine Art Metapher für die Zeit darstellt. Sprachliche Gepflogenheiten illustrieren diesen Zusammenhang, wenn beispielsweise räumliche Präpositionen, wie in der Aussage „Das Semester liegt vor uns“, die Beziehungen zeitlicher Ereignisse zur Gegenwart beschreiben. Zahlreiche Studien konnten für diverse Sprachen zeigen, dass die kognitive Verarbeitung von zeitlichen Ereignissen sowohl in sprachlichen als auch nicht-sprachlichen Aufgaben mit räumlichen Dimensionen assoziiert ist. So korrespondieren tradierte Schreib- und Leserichtungen mit der Repräsentation zeitlicher Abfolgen (z.B. links vergangene und rechts zukünftige Ereignisse). Allerdings ist bislang ungeklärt, wie umfangreich und eng der kognitive Zusammenhang zwischen der zeitlichen und räumlichen Domäne tatsächlich ist. Ziel des Projektes ist es, den Zusammenhang zwischen räumlichen und zeitlichen Repräsentationen in unterschiedlichen Sprachen und mit verschiedenen Methoden zu untersuchen.

Literatur:

Fuhrman, O., McCormick, K., Chen, E., Jiang, H., Shu, D., Mao, S. & Boroditsky, L. (2011). How linguistic and cultural forces shape conceptions of time: English and Mandarin time in 3D. Cognitive Science, 35, 1305-1328.

Kontakt: Dr. Annelie Rothe-Wulf, E-Mail: rothe(at)psychologie.uni-freiburg.de


Wie domänenspezifisch sind Kausalerklärungen?

Fortwährend erklärt sich der Mensch die Welt, die ihn umgibt. Wir möchten wissen warum ein Kind erkrankt, warum sich unsere Mitmenschen auf eine bestimmte Weise verhalten oder weshalb Öl und Wasser sich schlecht vermischen. Wir suchen dabei nach Ursachen und schreiben Verantwortlichkeiten zu, um angemessen handeln zu können. Dafür braucht es zumindest ein bestimmtes Maß an Kernwissen über die beteiligten Ursachen sowie über die Prinzipien nach denen die Ursachen miteinander in Beziehung stehen können. Dieses Wissen ist vermutlich innerhalb von Kausalkonzepten oder Kausalmodellen organisiert und kognitiv repräsentiert. Insbesondere die Entwicklungspsychologie geht davon aus, dass sich solche Kausal- oder Erklärungskonzepte domänenspezifisch strukturieren. Dies bedeutet zum Beispiel, dass sich Erklärungen für physikalische Ereignisse nicht nur in ihrem Inhalt sondern auch in ihrer Struktur von Erklärungen für soziale Ereignisse unterscheiden. Doch weisen wir tatsächlich Phänomene (z.B. körperliche Erkrankungen oder psychische Störungsbilder) bestimmten Domänen zu und sind unsere Kausalkonzepte tatsächlich so domänenspezifisch strukturiert? Ziel des Projektes ist es, die Domänenspezifität des Inhalts und der Struktur von Kausalkonzepten unter experimentellen Manipulationen zu prüfen.

Literatur:

Strickland, B., Silver, I. & Keil, F.C. (2017).The texture of causal construals: Domain specific biases shape causal inference from discourse, Memory & Cognition, 45, 442–455.

Kontakt: Dr. Annelie Rothe-Wulf, E-Mail: rothe(at)psychologie.uni-freiburg.de

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