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Informationen über Abschlussarbeiten

Wir stellen aber auch hier mögliche Arbeitsthemen in unserer Abteilung vor. Die verschiedenen Forschungsrichtungen / Themenschwerpunkte und jeweils mögliche Abschlussarbeitsthemen werden kurz erläutert. Bei Fragen kontaktieren Sie bitte einfach den jeweiligen Ansprechpartner.

 

 

Untersuchung der Kerncharakteristika multinomialer Prozessbaummodelle für das Quellengedächtnis

 
Der Begriff Wiedererkennungsgedächtnis (recognition memory) beschreibt mehr als die bloße Wiedererkennungsleistung bereits gelernter Stimuli (z.B. einen Satz als bekannt wiedererkennen). Es beihnaltet ebenso die Gedächtnisleistung bestimmter Stimulusattribute, wie zum Beispiel der Kontext in dem ein Stimulus gelernt wurde (z.B. Wer hat den Satz gesagt?). Diese Art von Gedächtnisleistung wird als Quellengedächtnis (source memory) bezeichnet (Johnson, Hashtroudi, & Lindsay, 1993). Um die Anteile der kognitiven Prozesse abzuschätzen, welche dem Quellengedächtnis zugrundeliegen, existieren verschiedene mathematische Messmodelle auf Grundlage von multinoimialen Prozessbaummodellen (z.B., Batchelder & Riefer, 1990; Bayen, Murnane, & Erdfelder, 1996). Neuere Befunde zum Quellengedächtnis scheinen jedoch auf den ersten Blick mit den bisherigen Modellen unvereinbar. Die Kritik richtet sich auf Aspekte des Quellengedächtnises für (a) nicht wiederekannte Items (Starns, Hicks, Brown, & Martin, 2008) sowie (b) overdistribution (Brainerd, Reyna, Holland, & Nakamura, in press). Die letztgenannten Studien sind allerdings unter methodischen Gesichtspunkten zu kritisieren, wodurch weitere Studien zu den beiden Problemen notwendig sind.
 
Literatur: 
 
Batchelder, W. H., & Riefer, D. M. (1990). Multinomial processing models of source monitoring. Psychological Review, 97, 548-564.
 
Bayen, U. J., Murnane, K., & Erdfelder, E. (1996). Source discrimination, item detection, and multinomial models of source-monitoring. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, & Cognition, 22, 197-215.
 
Brainerd, C. J., Reyna, V. F., Holliday, R. E., & Nakamura, K. (in press). Overdistribution in source memory. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition.
 
Johnson, M. K., Hashtroudi, S., & Lindsay, D. S. (1993). Source monitoring. Psychological Bulletin, 114, 3-28.
 
Starns, J. J., Hicks, J. L., Brown, N. L., & Martin, B. A. (2008). Source memory for unrecognized items: Predictions from multivariate signal detection theory. Memory & Cognition, 36, 1-8.
 
Betreuung/Ansprechpartner: David Kellen und Henrik Singmann 
 
 

Untersuchung zur Gedächtnisleistung beim Wiedererkennen Gesichter fremder Ethnien

 
Die Gesichter anderer Menschen wiederzuerkennen ist eine wichtige Fähigkeit im alltäglichen Leben. Allerdings ist die Gedächtnisleistung nicht für alle Gesichter gleich gut: Studien zeigen, dass Menschen Schwierigkeiten haben Gesichter einer anderen Ethnie korrekt wieder zu erkennen ("Die sehen alle gleich aus") im Vergleich zu Gesichtern der eigenen Ethnie (Hugenberg, Young, Bernstein, Sacco, 2010). Die meisten Studien zu diesem sogennannten other-race-effect (ORE) stammen aus den USA und haben die Gedächtnisleistung von weißen Versuchsteilnehmern für weiße und schwarze oder asiatische Gesichter untersucht (Meissner & Brigham, 2001). Erste Studien zu diesem Phänomen an unserere Arbeitsgruppe, unter anderem auch mit türkich/arabischen Gesichtern (z.B., Singmann, Kellen, & Klauer, in press), haben die bisherige Forschung bereits um neue empirische Phänomene als auch methodische Ansatzpunkte erweitert. Aktuelle Forschungsfragen sind: Haben Kategorisierungsprozesse einen Einfluss auf den ORE (Klauer & Wegener, 1998)? Wie kann man bestehende Theoren (Hugenberg et al., 2010) überprüfen?
 
Literatur: 
 
Hugenberg, K., Young, S. G., Bernstein, M. J., & Sacco, D. F. (2010). The categorization-individuation model: An integrative account of the other-race recognition deficit. Psychological Review, 117, 1168–1187. doi:10.1037/a0020463

Klauer, K. C., & Wegener, I. (1998). Unraveling social categorization in the „Who said what?“ paradigm. Journal of Personality and Social Psychology, 75(5), 1155–1178. doi:10.1037/0022-3514.75.5.1155

Meissner, C. A., & Brigham, J. C. (2001). Thirty years of investigating the own-race bias in memory for faces: A meta-analytic review. Psychology, Public Policy, and Law, 7(1), 3–35. doi:10.1037/1076-8971.7.1.3

Singmann, H., Kellen, D., & Klauer, K. C. (in press). Investigating the Other-Race Effect of Germans towards Turks and Arabs using Multinomial Processing Tree Models. In M. Knauff, M. Pauen, N. Sebanz, & I. Wachsmuth (Eds.), Proceedings of the 35th Annual Conference of the Cognitive Science Society. Austin, TX: Cognitive Science Society. 
 
Betreuung/Ansprechpartner: David Kellen und Henrik Singmann
 

Probabilistische Modelle von konditionalem Schließen

 
Konditionales Schließen mit Wenn-dann Sätzen stellt eine der wichtigsten Forschungsgebiete im Bereich des schlussfolgernden Denkens dar. Mit der Abkehr von dem sogennanten deduktiven Paradigma hin zu probabilistischen Aufgaben (z.B. Singmann & Klauer, 2011) haben sich eine Reihe von probabilistischen Modellen entwickelt (z. B., Klauer, Beller, & Hütter, 2010; Oaksford & Chater, 2007; Pfeifer & Kleiter, 2005). In diesem Projekt soll es darum gehen, diese Modelle mit möglichst neuen Methoden (siehe Evans & Over, in press) miteinander zu vergleichen.
 
Literatur: 
 
Evans, J. S. B. T., & Over, D. E. (in press). Reasoning to and from belief: Deduction and induction are still distinct. Thinking & Reasoning. doi:10.1080/13546783.2012.745450

Klauer, K. C., Beller, S., & Hütter, M. (2010). Conditional reasoning in context: A dual-source model of probabilistic inference. Journal of Experimental Psychology: Learning, Memory, and Cognition, 36(2), 298–323. doi:10.1037/a0018705

Oaksford, M., & Chater, N. (2007). Bayesian rationality: the probabilistic approach to human reasoning. Oxford; New York: Oxford University Press.

Pfeifer, N., & Kleiter, G. D. (2005). Towards a mental probability logic. Psychologica Belgica, 45(1), 71–99.

Singmann, H., & Klauer, K. C. (2011). Deductive and inductive conditional inferences: Two modes of reasoning. Thinking & Reasoning, 17(3), 247–281. doi:10.1080/13546783.2011.572718 
 
Betreuung/Ansprechpartner: Henrik Singmann 
 

Wortleseprozesse in Stroop Aufgaben

 
In Stroop Aufgaben werden die Versuchspersonen aufgefordert, auf die Oberflächenfarbe eine Farbwortes zu reagieren und die Wortbedeutung zu ignorieren. Es gelingt ihnen jedoch nicht vollständig, die Wortbedeutung zu ignorieren, weshalb ein Stroop Effekt beobachtet werden kann (z.B. langsamere Reaktionen und mehr Fehler, wenn das Wort BLAU in rot geschrieben ist, im Vergleich zu BLAU in blau). Der Prozess des Wortlesens und des Farbebenennens kann mit Hilfe von mathematischen Messmodellen messbar gemacht werden, jedoch ist der Wortleseparameter bislang noch nicht ausreichend validiert. In der Abschlussarbeit soll daher dieser Parameter validiert werden.

Literatur:
 
Jacoby, L. L., Lindsay, D. S., & Hessels, S. (2003). Item-specific control of automatic processes:
Stroop process dissociations. Psychonomic Bulletin & Review, 10, 638–644.

Lindsay, D., & Jacoby, L. (1994). Stroop process dissociation: The relationship between facilitation
and interference. Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Perfomance, 20, 219–234.

 

 
Betreuung/Ansprechpartner: Kerstin Dittrich 
 
 

„Wegschließen – und zwar für immer?“ - Indirekte Maße der Aggressivität als Prädiktoren aggressiven Verhaltens

 
Strafrechtliche Rückfallprognosen haben im deutschen Strafrecht einen hohen Stellenwert. Bei der Begutachtung der Gefährlichkeit eines Gewaltstraftäters kommen sowohl klinische als auch statistische Methoden zum Einsatz. In diesem Forschungsprojekt wird untersucht, inwieweit insbesondere die letztgenannten statistischen Methoden von aktuellen Entwicklungen in der Grundlagenforschung profitieren können, um zu einer besseren Vorhersage aggressiven Verhaltens beizutragen. Hierzu werden derzeit testdiagnostisch zufriedenstellende indirekte (d.h. non-reaktive) Verfahren zur Erfassung von Aggressivität entwickelt (Phase I). Die psychometrisch bewährte Testbatterie soll dann erneut an einer Stichprobe von Gewaltstraftätern validiert werden (Phase II). Es soll untersucht werden, ob die indirekten Verfahren einen inkrementellen Beitrag zur Vorhersage aggressiver Handlungen leisten können und damit langfristig auch zur Rückfallvorhersage bei Gewaltstraftätern beitragen (Phase III).
 
Literatur:
 
Wilkowski, B. M., & Robinson, M. D. (2010). The anatomy of anger: An integrative cognitive model of trait anger and reactive aggression. Journal of Personality, 78, 9-38. 
 
Betreuung/Ansprechpartner: Sarah Teige-Mocigemba und Fabian Hölzenbein
 
 

Implementation Intentions

 
In vielen Studien wurde gezeigt, dass Ziele besser erreicht werden können, wenn Personen sogenannte Implementation Intentions nutzen (z.B. Gollwitzer & Sheeran, 2006). Implementation Intentions sind Wenn-Dann-Regeln, bei denen ein zielrelevantes Verhalten (z.B. schmutziges Geschirr abspülen, um mehr Ordnung zu halten) mit einer kritischen Situation (z.B. den Tisch abräumen) verknüpft wird („WENN ich den Tisch abräume, DANN spüle ich sofort das schmutzige Geschirr ab“). Die theoretisch angenommenen Prozesse, die Implementation Intentions zugrundeliegen, legen nahe, dass Implementation Intentions nicht nur positive Effekte für die Zielerreichung haben, sondern unter bestimmten Umständen auch hinderlich sein können. In diesem Forschungsprojekt sollen solche unerwünschten Nebenwirkungen experimentell untersucht werden.
 
Literatur:
 

Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.

 
Gollwitzer, P. M., & Sheeran, P. (2006). Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-analysis of Effects and Processes. Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119.
 
Betreuung/Ansprechpartner: Sarah Teige-Mocigemba 
 
 

Mixed Models mit unvollständigen Designs

In vielen naturalistischen Studien in der Forschungspraxis kommt es vor, dass die hierarchischen Ebenen eines Untersuchungsplans nicht vollständig balanciert besetzt sind ,beziehungsweise besetzt werden können. Beispielsweise gibt es bei klinische Studie folgende Faktoren:

L1 intrindividueller Verlauf

L2 Patientendaten bem Therapeuten

L3 Treatment-Faktor

L4 Kliniken, wobei nicht alle Kliniken Sites alle untersuchten treatments durchgeführt habenen .

Fragestellung der Arbeit wäre, unter welchen Bedingungen sind mixed models mit allen levels noch anwendbar und wann ist diese Analyseform nicht mehr sinnvoll. Neben der theorieorientierten Aufarbeitung der Fragestellung, sowie einer Literaturübersicht soll die Anwendung dieser Modell an klinisch orientierten Praxisbeispiel(en) durchgeführt werden.

 
 Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart

 

Validierung von Matching-Verfahren über prospensity socres

Propensity scores werden zur Parallelisierung der Untersuchungsbedingungen in naturalistischen Studien benutzt. Die Qualität der Parallelisierung ist abhängig von der Auswahl der Prädiktoren, der Passung der Probanden und der Qualität der Regressionsmodelle. Meist wird hierbei allerdings nicht geprüft, ob die Passung wirklich ausreichend ist, es gibt kein Abbruchkriterium bei der Durchführung eines Matching. Die Anwendung der methodolgischen Empfehlungen soll an einem Datensatz aus einer Studie der Versorgungsforschung (Vergleich stationäre vs tagesklinische Therapie bei Depressionserkrankten) geprüft werden. 

 

 Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart

 

Distinkte kognitive Phasen während des Planens: Validierung eines neu entwickelten neuropsychologischen Paradigmas

Die Fähigkeit zu Planen und damit zukünftige Folgen eigenen Handelns abzusehen ist von hoher Bedeutung für die erfolgreiche Bewältigung von Situationen jenseits alltäglicher Routine. Der Tower of London (ToL) ist ein etablierter neuropsychologischer Test für die Messung komplexer Planungsfähigkeiten in gesunden und pathologischen Populationen (Shallice, 1982). In Studien mit Augenbewegungsmessungen (Kaller et al., 2009; Nitschke et al., 2012) und funktioneller Magnetresonanztomographie (Kaller et al., 2011; Ruh et al., 2012) konnten anhand der experimentellen Manipulation unterschiedlicher Aufgabenparameter im ToL distinkte kognitive Phasen während der Bearbeitung von Planungsaufgaben identifiziert werden, die sich sowohl im zeitlichen Verlauf als auch hinsichtlich der zugrundeliegenden funktionell neuroanatomischen Korrelate voneinander abgrenzen lassen.

Um die Generalisierbarkeit dieser Ergebnisse über den ToL hinaus zu belegen, wurde nun ein neues Planungsparadigma entwickelt. Ziel der hier ausgeschriebenen Arbeit ist es, anhand dieses neuen Planungstests die bisherigen Befunde zu distinkten Planungsphasen zu bestätigen. Hierfür soll eine studentische Stichprobe mit Messung der Augenbewegungen während des Planens untersucht werden.

Die Masterarbeit umfasst die Erhebung und Auswertung der Daten und wird vor Ort im Neurozentrum und am Institut für Psychologie betreut. Bei Interesse oder Fragen wenden Sie sich bitte an Dipl.-Psych. Kai Nitschke per E-Mail (kai.nitschke@uniklinik-freiburg.de) oder telefonisch unter 0761/270-54796.

 

Literatur:

Kaller, C. P., Rahm, B., Bolkenius, K., & Unterrainer, J. M. (2009). Eye movements and visuospatial problem solving: identifying separable phases of complex cognition. Psychophysiology, 46(4), 818–30.

 

Kaller, C. P., Rahm, B., Spreer, J., Weiller, C., & Unterrainer, J. M. (2011). Dissociable contributions of left and right dorsolateral prefrontal cortex in planning. Cerebral Cortex (New York, N.Y. : 1991), 21(2), 307–17.

 

Nitschke, K., Ruh, N., Kappler, S., Stahl, C., & Kaller, C. P. (2012). Dissociable stages of problem solving (I): Temporal characteristics revealed by eye-movement analyses. Brain and Cognition, 80(1), 160–9.

 

Ruh, N., Rahm, B., Unterrainer, J. M., Weiller, C., & Kaller, C. P. (2012). Dissociable stages of problem solving (II): First evidence for process-contingent temporal order of activation in dorsolateral prefrontal cortex. Brain and Cognition, 80(1), 170–6.

 

 

Shallice, T. (1982). Specific impairments of planning. Philosophical Transactions of the Royal Society of London. Series B, Biological Sciences, 298(1089), 199–209. 

 

 

 Betreuung/Ansprechpartner: Rainer Leonhart / Kai Nitschke
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