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Themen fürs Expra (WS 2017/18)

 

Thema 1: Testing-Effekt nur für Testmotivierte? 

 

    Testen schützt vor Vergessen – das zeigte bereits eine Vielzahl von empirischen Studien. Doch wann schützt Testen besonders gut vor Vergessen? Das ist einerseits dann der Fall, wenn sich Lernende im Test anstrengen – der Test muss also hinreichend anspruchsvoll gestaltet sein. Andererseits sollten die Lernenden relativ gut im Test abschneiden, damit sie von einem Testing-Effekt profitieren. Denn wer nichts weiß, der kann auch nichts vergessen und Testen kann dann auch nicht vor dem Vergessen schützen. Man kann also annehmen, dass eine hohe Testmotivation vorhanden sein muss, damit Lernende in einem hinreichend schwierigen Test gut (genug) abschneiden, um von einem Testing-Effekt optimal zu profitieren. Ob das tatsächlich der Fall ist, soll hier empirisch untersucht werden.

    Ansprechpartner: Dr. Alexander Eitel, M.Sc. Tino Endres

    Literatur

    Rowland, C. A. (2014). The effect of testing versus restudy on retention: A meta-analytic review of the testing effect. Psychological Bulletin, 140, 1432-1463.

    Sanchez, R. J., Truxillo, D. M., & Bauer, T. N. (2000).Development and examination of an expectancy-based measure of test-taking motivation. Journal of Applied Psychology, 85, 739.

 

Thema 2: Ich weiß, warum es funktioniert, wenn ich weiß, warum es NICHT funktioniert? – Eine Intervention zum Lehren mit Texten und Bildern

 

    Wie nutzt man Texte und Bilder, um angehende Lehrkräfte über die Funktionen von Texten und Bildern (aus pädagogisch-psychologischer Sicht) aufzuklären? Anhand bisheriger Forschung würde man empfehlen, die Aufklärung mit Beispielen zu gut gestalteten Texten und Bildern anzureichern, und auf die Ähnlichkeiten der Beispiele mit Hinblick auf die zu vermittelnde Funktion zu fokussieren. Alternativ könnte man jedoch annehmen, dass es für die Vermittlung der Funktionen besonders günstig ist, wenn Beispiele mit gut gestalteten Texten und Bildern mit schlecht gestalteten kontrastierend dargeboten werden – getreu dem Motto: „Ich weiß, warum es funktioniert, wenn ich weiß, warum es nicht funktioniert.“ In dieser Arbeit soll entsprechend die Effektivität zweier Interventionen (mit Positivbeispielen vs. mit Positiv- und Negativbeispielen) gegeneinander getestet werden.

    Ansprechpartner: Dr. Alexander Eitel, Dr. Inga Glogger-Frey, M.Sc. Julia Kollmer

    Literatur:

    Ainsworth, S. (2006). DeFT: A conceptual framework for considering learning with multiple representations. Learning and Instruction, 16, 183-198. 

    Alfieri, L., Nokes-Malach, T. J., & Schunn, C. D. (2013). Learning through case comparisons: A meta-analytic review. Educational Psychologist, 48, 87-113.

 

Thema 3: Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus – muss eine Aufforderung zur Wissensverknüpfung wiederholt werden, damit sie wirksam ist?

 

    Was tun, wenn Schüler/innen davon überzeugt sind, einfach kein Mathe zu können? Fachdidaktisches und pädagogisch-psychologisches Wissen könnten helfen, als Lehrkraft mit solchen Überzeugungen umzugehen. Ideal wäre, das Wissen aus beiden Bereichen zu verknüpfen – was jedoch dadurch erschwert wird, dass verschiedene Wissensbereiche im Lehramtsstudium meist in getrennten Kursen vermittelt werden. In einer experimentellen Studie wurde gezeigt, dass eine wiederholte Instruktion die Verknüpfung von fachdidaktischem und pädagogisch-psychologischem Wissen bei angehenden Musiklehrkräften fördern kann. Eine einmalige Instruktion war bei angehenden Mathematiklehrkräften hingegen erfolglos. Nun soll untersucht werden, ob die Instruktion bei Mathematiklehrkräften dann effektiv ist, wenn sie wiederholt dargeboten wird.

    AnsprechpartnerinM.Sc. Helene Rieche

    LiteraturHarr, N., Eichler, A., & Renkl, A. (2015). Integrated learning: ways of fostering the applicability of teachers’ pedagogical and psychological knowledge. Educational Psychology, 738

 

Thema 4: Wenn sich Multiple Repräsentationen uneinig sind

 

    Laut dem Multimedia-Effekt kann die Kombination verschiedener Repräsentationen (Abbildungen, Texte, Formeln) zu besseren Lernleistungen führen. Aus der Multimediaforschung ist allerdings bekannt, dass dies nur unter gewissen Bedingungen möglich ist. Eine dieser Bedingungen ist, dass die verschiedenen Repräsentationen integriert verarbeitet werden. Diese Integration findet in der Regel nicht spontan statt, kann aber durch Instruktion initiiert werden. In der Expra-Studie soll anhand eines computergestützten Labor-Experiments erforscht werden, welche Effekte es auf die Integrationsleistung hat, wenn die verschiedenen Repräsentationen nur scheinbar den gleichen Lerninhalt zeigen und die Lernenden instruiert werden, nach Abweichungen zu suchen und sich die Unterschiede zu erklären.

    AnsprechpartnerM.Sc. Julia Kollmer

    Literatur

    Schwonke, R., Berthold, K., & Renkl, A. (2009). How Multiple External Representations Are Used and How They Can Be Made More Useful. Applied Cognitive Psychology, 23, 1227-1243.

    Alfieri, L., Nokes-Malach, T. J., & Schunn, C. D. (2013). Learning through case comparisons: A meta-analytic review. Educational Psychologist, 48, 87-113.

 

Thema 5: War das der, der diese dumme Frage gestellt hat? – Erinnerung und die implizite Messung von Gedächtnisinhalten

 

    Unser Gedächtnis besteht aus einem Netzwerk von Neuronen, das gilt als weitgehend sicher. Wenn wir uns bewusst an etwas erinnern, z.B. an eine Situation auf der letzten Party, aktivieren wir neben der Partysituation auch Inhalte, die mit dieser Situation verbunden sind, z.B. Informationen über die beteiligten Personen. Beim Nachdenken über die Party könntest du dich somit daran erinnern, was eine beteiligte Person im letzten Seminar beigetragen hat, obwohl das gar nicht Ziel deines Erinnerns war. Dieses passive Erinnern nennt man Aktivierungsausbreitung. Die Aktivierungsausbreitung soll in der geplanten Studie anhand von bereits vorhandenen impliziten Gedächtnismaßen untersucht werden. Ziel ist es, herauszufinden wie stark das Erinnern sein muss, um sich langfristig an Dinge erinnern zu können.

    AnsprechpartnerM.Sc. Tino Endres

    Literatur:

    Carpenter, S. K. (2009). Cue strength as a moderator of the testing effect: the benefits of elaborative retrieval. Journal of Experimental Psychology. Learning, Memory, and Cognition, 35, 1563–1569.

    Chan, J. C. K., McDermott, K. B. & Roediger, H. L. 3. (2006). Retrieval-induced facilitation: initially nontested material can benefit from prior testing of related material. Journal of Experimental Psychology: General, 135, 553–571.

 

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