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„Neuronale Korrelate emotionsauslösender Stimuli in Hypnose und im Wachzustand - corticale Umstrukturierung bei spezifischen Phobien nach hypnotherapeutischer Intervention“

FMRT-Untersuchungen zu den neuronalen Grundlagen emotionsauslösender Stimuli bei Gesunden in Hypnose und im Wachzustand - klinische Grundlagen sowie plastische neuronale Veränderungen nach hypnotherapeutischer Intervention bei spezifischen Tierphobien

Dass Hypnose nicht nur einem subjektiv erfahrenen Bewusstseinszustand entspricht, sondern diesem auch auf neuronaler Ebene spezifische Korrelate zugrunde liegen, konnte in den letzten Jahren von mehreren Forschergruppen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie (fMRT) nachgewiesen werden, (z.B. Faymonville et al., 2000, 2003; Halsband 2004, 2006; Kosslyn et al., 2000; Maquet et al., 1999; Rainville et al., 1997, 1999 a, b; 2002; Szechtman al., 1998). Mittels funktioneller Bildgebung konnte gezeigt werden, dass in Hypnose die bildhafte Umsetzung sowie das Farberleben intensiviert werden (Halsband, 2004; 2006; Kosslyn et al., 2000).

Anhand bildgebender Verfahren wurde in jüngster Zeit zunehmend auch die Wirkung von Psychotherapie bei spezifischen psychischen Störungsbildern untersucht. Hier wurde bislang vor allem die Wirkung von Verhaltenstherapie erforscht. Die Ergebnisse dieser Studien zeigten in der großen Mehrheit übereinstimmend, dass bei Angstpatienten und Phobikern das präfrontal-limbische Netzwerk unter Einschluss der Amygdala, der Insel, des anterioren cingulären Cortex (ACC) und des dorsomedialen präfrontalen Cortex (DMPFC) signifikant stärker aktiviert wird als bei Kontrollprobanden. Die Veränderungen im rCBF (regionalen cerebralen Blutfluss), welche auf neuronaler Ebene durch Verhaltenstherapie bei Angstpatienten und Phobikern erzielt werden konnten, zeigten sich nach erfolgter Therapie in einer reduzierten Aktivierung in vorstehend genannten Hirnarealen. Zur Wirkung von Hypnotherapie bei psychischen Störungen wurden zwar etliche Studien auf behaviouraler Ebene durchgeführt; fMRT- bzw. PET-Untersuchungen zur Wirksamkeit von Hypnotherapie liegen hingegen bislang nicht vor. Im hiesigen Forschungsvorhaben sollen deshalb die neuronalen Veränderungen durch Hypnotherapie bei phobischen Patienten untersucht werden.

In einem vorangehenden Grundlagenteil werden in Projekt A zunächst die Aktivierungen durch furchterzeugendes und positives Stimulusmaterial bei Normalprobanden mittels fMRT untersucht; Projekt B soll als klinische Studie die Wirksamkeit von Hypnotherapie auf neuronaler Ebene bei phobischen Patienten anhand der Bildgebung im fMRT nachweisen. Für diesen Zweck planen wir, phobische Patienten mit Hypnotherapie behandeln zu lassen. Es werden drei Messzeitpunkte veranschlagt, um den Verlauf der neuronalen Umstrukturierung nachzuweisen. Die Patienten werden 1.) vor Beginn der Hypnotherapie gescannt (Ausgangszustand), 2.) nach 4-6-wöchiger Therapie sowie 3.) zu einem follow-up-Zeitpunkt sechs Monate nach der zweiten Messung, um die Langzeitwirkung der Hypnotherapie zu analysieren. Wir hoffen, auf diese Weise nachzuweisen, dass die Hypnotherapie neuronale Netzwerke beim psychischen Störungsbild der Phobie umstrukturiert und sich diese Effekte langfristig manifestieren. Die Ergebnisse werden somit die neuropsychologische Forschung zur Wirkung von Hypnose einen wichtigen Schritt voranbringen.

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