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Projekt TopS

Potentiale und Barrieren beim Teilen und Delegieren von Führungsaufgaben



Teilzeitarbeitsmodelle gehören zu den zukunftsweisenden Formen der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. Doch Teilzeitarbeit bleibt bisher auf die unteren und mittleren Hierarchiestufen beschränkt. Gerade in Führungspositionen begegnet man eher "doppelten" als halben Stellen. Und das, obwohl empirische Untersuchungen klare Vorteile von Teilzeitarbeit für Unternehmen und Beschäftigte beschreiben. Lange Arbeitszeiten führen nicht immer zu größerer Effizienz, sondern oft auch zu Leistungsminderung und zum Verlust an Arbeitsfreude. Starre Arbeitszeiten stehen besonders im Führungsbereich einer Integration von Familie und Beruf entgegen und vermindern dadurch Karrierechancen insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch. Aber auch Männern in Führungspositionen bleibt damit die Möglichkeit verschlossen, sich stärker in der Familienarbeit zu engagieren. Notwendige Voraussetzung für die Flexibilisierung von Arbeitszeiten im Führungsbereich ist die Teilung und Delegation von Arbeitsaufgaben. Die Organisation der Abteilung, das Stellenprofil und die betroffenen Personen bestimmen hierbei über die Teilbarkeit der Aufgaben. Potentiale und Barrieren für die Teilung von Führungsaufgaben liegen damit sowohl in Merkmalen des Arbeitssystems als auch in subjektiven Vorstellungen zur Teilbarkeit von Aufgaben.
Das Projekt "TopS - TopSplitting" widmet sich im Rahmen einer explorierenden Vergleichsstudie mit 30 Führungskräften aus dem öffentlichen Dienst dieser Thematik. Im Zentrum des Forschungsinteresses stehen die subjektiven Vorstellungen von weiblichen und männlichen Führungskräften zur Teilbarkeit ihrer Führungsaufgaben. Die von den Führungskräften vorgeschlagenen Aufgabenzuschnitte und deren Begründungen werden einer Analyse anhand objektiver Teilbarkeitskriterien unterzogen, mit den Vorstellungen der direkten Vorgesetzten zu den Teilbarkeitspotentialen dieser Führungsaufgaben verglichen und auf mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede in der Beurteilung von Teilbarkeitspotentialen hin analysiert.
Das Untersuchungsdesign ist multimethodal angelegt. Führungstätigkeiten werden mittels strukturierter Selbstbeobachtung und Agenda-Analysen untersucht. Darüber hinaus werden Führungskräfte und deren Vorgesetzte mit Teilzeitszenarien konfrontiert, um sie zu ihren subjektiven Teilbarkeitsvorstellungen im Rahmen von strukturierten Interviews zu befragen. Arbeitssystemanalysen zur Erhebung struktureller Merkmale des Führungskontextes sowie eine fragebogengestützte Erhebung differentieller Aspekte ergänzen das methodische Vorgehen.
Von der Analyse subjektiver Teilbarkeitsvorstellungen werden Rückschlüsse auf Bestimmungsmomente der subjektiven Redefinition von Management- resp. Führungsaufgaben erwartet. Zudem sollen mit der Identifizierung sachbezogener Hindernisse und Potentiale sowie subjektiver Barrieren die Voraussetzungen für die Einführung von Teilzeitarbeit geklärt und darüber hinaus ein Beitrag zur Verbesserung der Akzeptanz von Teilzeitarbeit im Führungsbereich und deren Umsetzbarkeit geleistet werden. Im Projektanschluss ist die Konzeption von "Delegations-Workshops" als Baustein für die Führungskräftequalifizierung geplant.



Projektförderung:   
Förderprogramm Frauenforschung des Sozialministeriums Baden-Württemberg   

Projektleitung:  
Dr. phil. Dipl.-Psych. Martina Zölch
 
Projektteam:   
Dipl.-Psych. Silvia Wodtke,
Dipl.-Verwaltungswirtin (FH),
cand. psych. Esther Haselwander,
cand. psych Manuela Müller,
cand. psych. Stefanie Widmer,
cand. psych. Andreas Bunde   

Projektlaufzeit:   
1. Oktober 2000 bis 31. Mai 2002


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