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PARGEMA – PARTIZIPATIVES GESUNDHEITSMANAGEMENT
Ein interdisziplinäres Verbundprojekt

PARGEMA ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundprojekt, das vom Projektträger DLR innerhalb des Förderschwerpunkts "Präventiver Arbeits- und Gesundheitsschutz" betreut wird.

In diesem Verbundprojekt arbeiten neben der Arbeitsgruppe Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Freiburg fünf weitere Institute verschiedener Disziplinen zusammen. Die Koordination des Projekts obliegt dem Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V., München.

Problemstellung

Ausgangspunkt des Projekts ist zum einen die mangelhafte Umsetzung des gesetzlich vorgeschriebenen Arbeits- und Gesundheitsschutzes. So zeigen Untersuchungen z. B., dass die psychische Belastung in der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung – wenn überhaupt durchgeführt – nur selten Berücksichtigung findet. Zum anderen berichten betriebliche Praktiker und auch wissenschaftliche Autoren über tief greifende Veränderungen in der Arbeitswelt in den letzten Jahrzehnten. Diese haben insbesondere mit der steigenden Verantwortung für das Erreichen von bestimmten Arbeitsergebnissen – z.B. Produktivitäts- oder Qualitätszielen – und den damit einhergehenden wachsenden Anforderungen an die Flexibilität und Qualifikation von Beschäftigten zu tun. Gerade durch diesen Wandel geraten jedoch psychische Belastung und Beanspruchung in den Vordergrund.

Projektziel

Psychische Belastung und Beanspruchung bei der Arbeit werden mit unterschiedlichen (interdisziplinären) Methoden untersucht. Gleichzeitig werden Konzepte entwickelt, die durch die Stärkung von Ressourcen einen besseren Umgang mit den Anforderungen der Arbeitssituation sowie  die Reduktion von Fehlbelastung und damit auch von Fehlbeanspruchung ermöglichen sollen. Das Ziel stellen nachhaltige Verfahren dar, die in den kooperierenden Unternehmen möglichst selbstständig weitergeführt und -entwickelt werden können. Neben der Notwendigkeit der Beteiligung der Beschäftigten als Experten für ihre eigene Gesundheit ist die Bereitschaft des Unternehmens unerlässlich, sich mit der Gesundheit der Arbeitnehmer zu beschäftigen und ihr einen hohen Stellenwert einzuräumen. Ein ganzheitliches, nachhaltiges, systematisches und partizipatives Gesundheitsmanagement soll in den Unternehmen verankert werden.

Rolle und Aufgaben der Arbeitsgruppe Arbeit- und Organisationspsychologie der Universität Freiburg im Verbundprojekt

Im Rahmen des Projekts ist die Arbeitsgruppe der Universität Freiburg insbesondere für die standardisierten Analysen zuständig. Dabei geht es zum einem um die Erfassung des Standes des Gesundheitsmanagements in den jeweiligen Kooperationsunternehmen. Zum anderen wird die Arbeitssituation und Gesundheit der Beschäftigten in den Kooperationsunternehmen analysiert, um die Basis für die konkrete Maßnahmenableitung zu schaffen. Da die Arbeitssituation von Mitarbeitern und die von Führungskräften teilweise unterschiedlich ist , werden beide Zielgruppen separat untersucht. Dabei sind die Forschungsthemen „Führung und Gesundheit“ sowie „Mitarbeitergesundheit unter neuen Steuerungsformen“ zentral in unserer Forschungsarbeit. Entsprechende Forschungsergebnisse werden von unserem Team auf verschiedenen nationalen sowie internationalen Tagungen und Kongressen präsentiert.

Gleichzeitig besteht ein wichtiger Teil unserer Arbeit in der Unterstützung und Begleitung der Kooperationsunternehmen bei der Bearbeitung der Analyseergebnisse, der Entwicklung eines Konzeptes für das Gesundheitsmanagement sowie bei der Verankerung des Themas Gesundheit im Betrieb. Erwartete Veränderungen in der Arbeitssituation der Beschäftigten werden gegen Ende der Projektlaufzeit anhand erneuter Analysen evaluiert.

Aktueller Stand des Projekts

Derzeit kooperiert PARGEMA mit acht Industrie- und Dienstleistungsunternehmen in ganz Deutschland. Die Universität Freiburg beteiligt sich bei fünf Unternehmenskooperationen. In den meisten Unternehmen wurde die Analyse der Arbeits- und Gesundheitssituation abgeschlossen sowie die Ergebnisrückmeldungen bereits durchgeführt. Es werden derzeit Workshops durchgeführt, die darauf zielen, spezifische Maßnahmen zur Optimierung der Arbeitssituation von Führungskräften und Mitarbeitern abzuleiten. Dies erfolgt auf Basis der Analyseergebnisse und mittels starker Einbindung der betroffenen Beschäftigten.

Projektmitglieder der Universität Freiburg, Arbeit- und Organisationspsychologie

Prof. Heinz Schüpbach,

Dr. Stephan Hinrichs,

Dipl.-Psych. Barbara Wilde,

Dipl.-Psych. Carolina Bahamondes Pavez

 

Projektlaufzeit

Das Projekt läuft von Juni 2006 bis November 2009.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.pargema.de

 

  

 

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