Uni-Logo
Sections
You are here: Home Abteilungen und Arbeitsgruppen Arbeits- und Organisationspsychologie Projekte Kooperationsprojekt Opt-out
Document Actions

Kooperationsprojekt Opt-out

Belastungsanalyse zur Gewährleistung des Gesundheitsschutzes
für Tätigkeiten im ärztlichen Dienst nach TV-L in Opt-out

 

Kooperationsprojekt mit der Stabsstelle Betriebsärztlicher Dienst, finanziert vom Universitätsklinikum Freiburg;
Laufzeit Mai 2008 - April 2010
Dr.med. J. Pietsch, Prof. Dr. phil. H. Schüpbach, Dipl.-Psych. K. Ensinger

 

Problemstellung

Nach Arbeitszeitgesetz (ArbZG) wurde zum 1. Nov. 2006 tarifvertraglich vereinbart, dass die höchstzulässige Arbeitszeit im Hinblick auf die in ihr enthaltenen Wartezeiten auf bis zu 15 Stunden täglich (268 Stunden pro Monat) ohne Ausgleich verlängert werden kann (Opt-out), wenn die Betroffenen schriftlich einwilligen (widerrufbar unter Einhaltung einer Frist von 6 Monaten) und wenn der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen für den Gesundheitsschutz getroffen hat (u.a. Angebot einer jährlichen arbeitsmedizinischen Untersuchung) und dies nachweisen kann.
Gegenwärtig sind keine gesicherten Aussagen darüber verfügbar, wie ein geeignetes Verfahren zur Abwicklung von Opt-out und wie die Maßnahmen für den Gesundheitsschutz konzipiert werden können. Somit liegen auch keine Evaluationsdaten zum Nachweis von deren Bewährung vor.

Projektziel

Das Projektziel besteht in der Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens sowie der Festsetzung und Überprüfung von „Standards“ zur Sicherstellung der opt-out-Fähigkeit des Universitätsklinikum oder einzelner Kliniken.
Dazu können z.B. gehören:
Bereitschaftsdienstorganisation: Festlegung der Anforderungen an die Arbeitszeiterfassung und bezüglich gesetzeskonformer Dienstzeiten, Gewährleistung planbarer Dienste, planbarer bzw. organisierter Pausen im Dienst. Schaffung institutioneller Voraussetzungen: Verfahren zur individuellen Erfassung und fortlaufenden Verlaufsprotokollierung der Opt-out-Teilnehmer, schriftliche Mitarbeiterbefragung und Interview- Befragung der Klinikleitungen zur Bewertung der spezifischen Belastung durch Opt-out.
Schaffung geeigneter Arbeitsbedingungen (z.B. bezüglich Pausenraum, Mahlzeitenpausen, Kriterien des sicheren Heimwegs etc.)

Projektmitglieder

Betriebsärztlicher Dienst:                       Herr Dr. J. Pietsch (Projektleitung),
                                                       
Institut für Psychologie,
Arbeits- und Organisationspsychologie:    Prof. Dr. H. Schüpbach (Kooperationspartner),
                                                               Dipl.- Psych. Kerstin Ensinger

Projektarbeitsplan

Der Projektarbeitsplan sieht die folgenden Arbeitsschritte vor:
1. Definition und Klärung der rechtlichen, institutionellen, arbeitsmedizinischen und arbeitswissenschaftlichen Rahmenbedingungen.
Review des gesicherten arbeitsmedizinischen und arbeitswissenschaftlichen Forschungs- und Erkenntnisstands im Bereich ähnlicher Problemstellungen (z.B. Schichtarbeit).
2. Recherche und Prüfung der methodischen Güte und Einsatzfähigkeit vorhandener Instrumentarien zur Gefährdungsanalyse, zugleich zur Evaluation der Maßnahmen nach der 1. Praxisphase und zum Projektende (KTQ, DIN ISO, ArbSchG etc.):
- Instrumente zur objektivierenden Einschätzung der institutionellen Voraussetzungen für opt-out
- Instrumente zur Erhebung der subjektiven Einschätzung der institutionellen und personalen Voraussetzungen für Opt-out (Mitarbeiterbefragung).
3. Befragung aller potentiell für Opt-out in Frage kommenden Betroffenen (an einem bestimmten Stichtag).
4. Entwicklung und Einsatz eines Instruments zur Befragung der effektiv Betroffenen im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung.
5. Formative Evaluation des Opt-out- Verfahrens (nach Kriterien der „good practice“) und der Maßnahmen zum Gesundheitsschutz nach der 1. Praxisphase; Optimierung auf der Basis der gewonnenen Daten; Zwischenbericht an die Klinikumsleitung.
6. Entwicklung und Aufbereitung von Materialien zur Information und Beratung (ev. Schulung) von opt-out- Betroffenen bzw. -Interessenten.
7. Formulierung von „Standards“ für die Praxis von Opt-out am Klinikum Freiburg zu Handen des Klinikumsvorstands; Einrichtung der routinemäßigen Evaluation und Berichterstattung (bzw. Monitoring und Controlling) von Opt-out.

Projektorganisation

Aufgaben des Betriebsärztlichen Dienstes
1. Entwicklung und Einführung des Verfahrens und der Organisation von Opt-out im Klinikum (Ermittlung der Betroffenen, Information, Durchführung).
2. Begleitung und Durchführung der Fragebogenaktion im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (Arbeitsschritt 4).
3. Unterstützung bei der Erarbeitung der Mitarbeiterbefragung, deren Auswertung und deren Bewertungen (Arbeitsschritt 3).
4. Erarbeitung, Erprobung und Etablierung der „Standards“ (Arbeitsschritte 5, 6, 7).


Aufgaben der Arbeits- und Organisationspsychologie:
1. Aufarbeitung des Standes der Forschung und der Verfahrens-/ Instrumentenentwicklung (Arbeitsschritte 1,2, 3, 4, 5).
2. Vorbereitung und Durchführung der Mitarbeiterbefragung; Auswertung der Daten (Arbeitsschritt 3); Bericht und Präsentation der Ergebnisse.

Projektlaufzeit

Projektbeginn: 1. März 2008 oder nach Vereinbarung
Projektlaufzeit: Insgesamt 2 Jahre; davon ½ Jahr Projekteinarbeitung (Schritte 1, 2) 1 Jahr 1. Praxisphase mit fortlaufender Evaluation (Monitoring; Schritte 3, 4, 5) ½ Jahr Sicherung Nachhaltigkeit (Schritte 6, 7)

Files
Personal tools